Mittwoch, 10. April 2019

Fünf Jahre Zugvogel

Vor fünf Jahren hat mein Leben malwieder eine drastische Wendung genommen. Ich habe innerhalb von kürzester Zeit die beiden Dinge verloren, die mir am wichtigsten waren. Meine Vision und meine Ehe. Und im nachhinein bin ich dafür unendlich dankbar, denn ich habe dafür ein Leben als Zugvogel bekommen. Das war zwar alles nicht der Plan, aber es kommt ja eh immer alles anders als geplant. Zuerst bin ich einfach nur mit einem One-Way-Ticket nach Bangkok. Ohne zu wissen ob oder wann ich wiederkomme. Aber ich war definitiv nicht frustriert genug, wie die ultimativen Aussteiger, die für immer Deutschland verlassen und überall auf der Welt trotzdem weiter meckern. Und ich war auch nicht luftig genug wie all die Digital Nomads, die überhaupt keine Homebase mehr haben und überall Zuhause sind wo ein Co-Working Space mit gutem Internet ist. Der Lebensentwurf Zugvogel war auch kein bewusster Plan, sondern eher etwas, was sich natürlich entwickelt hat.

Gleich am ersten Tag bin ich in Bangkok ganz unbewusst und intuitiv an der Asoke Kreuzung stehen geblieben und habe einen Granatapfelsaft gekauft. Das war so ein tiefer Pause Knopf, den die Welt vergessen hat zu drücken. Und diese Kreuzung hat mich über die fünf Jahre konstant magisch angezogen, sodas ihr Umkreis mein zweites Zuhause wurde. In Berlin nenne ich meine Wohnung Vogelnest, weil sie hoch oben wie in einem Baum liegt. Klein und gemütlich mit toller Aussicht. Trotzdem im Zentrum einer Weltmetropole. Was der Alex für mein Berlin ist, wurde die Asoke Kreuzung für mein Bangkok. Und der SWU-Lawn wurde mein Engelbecken, an dem ich mein Zugvogelnest gefunden habe. Zugvogel weil ich die letzten fünf Jahre die Winter in Bangkok und die Sommer in Berlin verbracht habe. Ich kenne nicht viele Menschen die so leben, aber es war genau wie ich leben wollte, ohne mit irgendjemandem zu tauschen.

5 #ThaiFashion T-Shirts


Viele Leute haben mich immer gefragt wie ich das denn mache und sie könnten das nicht. Bei mir war es aber wie gesagt garkeine bewusste Entscheidung, sondern eine intuitive. Und es waren auch nicht erst die Mittel und Möglichkeiten da, sondern rein garnichts, als ein großes Loch und eben dieser Pause Knopf. Den, den viele Menschen nicht wagen zu drücken, weil er so unvorstellbar ist. Einfach mal nichts machen, ist eine der schwierigsten Aufgaben des Lebens. Und ich habe hier die letzten fünf (halben) Jahre immer wieder ziemlich aktiv garnichts gemacht. An einem emotional sehr tiefem Punkt bin ich angekommen und die letzten fünf Winter hier haben mich so unendlich doll positiv aufgeladen. Es waren die bis dato schönsten Jahre meines Lebens und jetzt ist die Achterbahn des Lebens malwieder an einem der höchsten Punkte angelangt.

Es ist natürlich unmöglich zu Beschreiben was alles passiert ist, aber ein paar Sachen möchte ich gerne teilen. Ein spannendes Learning war der Kontrastblick, den ich jedesmal hatte, egal in welche Richtung ich geflogen bin. In beide Richtungen habe ich mich immer gefreut mein Bangkok und mein Berlin wieder zu sehen. Um wenn man irgendwo lebt bekommt man viele Veränderungen garnicht mit, weil sie schleichend passieren. Genau wie man einen Baum nicht wachsen sehen kann. Aber wenn man all die Veränderungen auf einmal sieht, sieht man sie viel klarer und deutlicher. Und durch die Veränderungen sieht man überhaupt erst was wichtig ist.

Ein weiteres Learning war auch, dass sich meine Komfortzone extrem ausgebreitet hat. Die ersten Male ist jede neue Destination natürlich aufregend und spannend. Die weitern Male entdeckt man  auch immernoch neue Sachen. Richtig tief rein ins Leben kommt man aber erst, wenn man sich innerlich vollkommen an einem Ort entspannen kann. Und obwohl Asien, Thailand und Bangkok so vollkommen anders ist, fällt es mir überhaupt nicht mehr schwer, mich hier einzutunen. Und das lässt sich glaube ich inzwischen auf viele Orte übertragen. Reisen ist inzwischen so viel einfacher geworden als früher. Sobald man eine SIM Karte mit Internet hat flutscht einfach alles. Und das lässt die Welt für mich wirklich zusammen wachsen. Diese ganzen Ländergrenzen spielen eigentlich irgendwie nurnoch bei der Passkontrolle eine Rolle. Aber ich könnte mein Leben glaube ich inzwischen überall sehr leicht Leben sofern mein Smartphone Empfang hat. Und das heißt nicht, dass es überall gleicher wird. Im Gegenteil habe ich immer mehr erkannt, wie wunderschön bunt die Welt ist. Alles mixt sich mit allem und wird dadurch immer nur noch bunter.

Mit Bangkok als Base konnte ich auch alle Nachbarländer besuchen oder Orte in dieser Region hier für die man sonst nicht mal eben um die halbe Welt fliegen würde. Was ganz geil ist da Bangkok genau in der Mitte eines relativ kleinen Kreises liegt, in dem die Häfte der Weltbevölkerung lebt. Und die Unterschiede der Südostasiatischen und Ostasiatischen Länder verstehe ich jetzt noch viel viel besser. Generell habe ich jetzt schon mehrere Jahre in Asien verbracht und dadurch die östliche Weisheit ganz automatisch immer mehr in mein Leben integriert. Zum Beispiel durch meinen Bachelor, Master und Doktor im Massiertwerden. Oder die über tausend Stunden Meditation in Hunderten Tempeln und bei fünf Vipassana Kursen. Etwas was hier nach wie vor ein tiefer und prägender Bestandteil der Kultur ist. Und am allerliebsten sind mir natürlich die Thais. Wie sie sich einfach nicht all zu ernst nehmen, brilliant entspannt aus der Affäre ziehen und immer eine bunte kreative Lösung bereit haben. Ein dickes fettes Khob Khun Krab an euch. Es war extrem schön und lehrreich so zu leben doch jetzt kommt wieder etwas anderes. Den die Tiefe der zwei Sachen die ich verloren hatte, ist als Zugvogel schwierig zu erreichen. Von daher fliegt der Zugvogel jetzt wieder etwas zurück ins wahre Heimatnest. Berlin!





Sonntag, 7. April 2019

Doktor des Massiertwerdens

Also in meiner ersten langen Winterseason in Thailand hatte ich ja meinen Bachelor des Massiertwerdens gemacht und die Season darauf dann meinen Master. Jetzt habe ich noch drei weitere Seasons endlich meinen Doktortitel erlangt. Und das war in der Tat ungleich schwieriger als mein naiver Anfängergeist beim Bachelor. Ich hab jetzt fünf halbe Jahre lange fast jede Woche mehrere Stunden Massage hinter mir. Und es ist wie so oft. Je mehr man weiß, desto mehr weiß man, dass man garnichts weiß.



Ich werde jetzt hier nicht auf die hunderten Stunden eingehen, die ich wieder genossen habe, sondern eher auf ein paar tiefer liegende Phänomene, die ich auf dem Weg verstanden (oder eben nicht verstanden habe). Am Anfang ist es relativ einfach mit der Massage. Man ist verspannt und die Muskeln sind hart. Da kann man eben ineffektiv westlich seicht vorgehen oder eben mit Thai Massage schmerzhaft das Grobe aufbrechen. Ich habe den Schmerz der Thai-Massage von Anfang an schätzen und lieben gelernt. Wohl wissen, dass er sich oft eben genau dann auflöst, wenn man ihn akzeptiert, sich hingibt und nicht mehr ablehnend gegen ihn ankämpft. Und ich wurde sehr schnell so weich, dass ich irgendwann garnicht mehr wusste, warum ich das überhaupt mache. Ich war für so lange Zeiträume so entspannt, dass ich garkeine Massage mehr "brauchte". Und das war sehr verwirrend, weil das ja der ursprünglich Hauptantrieb war. Und ich wollte sie wollen und hab natürlich trotzdem weiter gemacht, bis irgendwann alle grobstofflichen Verhärtungen verschwunden waren. Einmal habe ich am Strand von Koh Chang, kurz nach meinem jährlichen Vipassane Kurs, eine Thai-Oil Massage gemacht. Der ältere Thai konnte kein Wort englisch aber die Session war so magisch. Als hätten sich zwei Meister getroffen. Er hat so langsam und so doll und so tief überall reingerückt. Es war als würde ich mich völlig in Luft auflösen und fast garnicht mehr existieren. Ich musste im grunde auch fast nicht mehr atmen, als er sogar seine Hand durch meinen Bauch bis zur Wirbelsäule gedrückt hat. Es war so eine Erleuchtungssession, die mich aber für viele weitere Monate verwirrt zurückgelassen hat.

Ab jetzt funktionierte der Ansatz hartes mit hartem weich zu machen nicht mehr. Es war alles weich und ich bin quasi beim Skelet angekommen. Naja, ich habe dann viele seltsamere Sachen ausprobiert inklusive Tantra-, Angel-, Nuru- und verschiedenen Organ-Massagen. Aber nach ewigem weiterem Rumexperimentieren und vielen soliden Stunden, habe ich dann verstanden, dass irgendwie wieder alles von vorne losgeht. Nur eben auf einer anderen Ebene. Die erste Ebene war quasi rein grobstofflich. Und die nächste ist feinstofflich. Und da musste ich wieder gaaaaaaanz ganz weich anfangen. Deswegen habe ich in der letzten Season fast nur sehr lange und weiche Oil-Massagen gemacht. Wobei die manchmal auch noch zu hart waren. Was jetzt scheinbar meinem Anfangsstatement widerspricht. Aber das ist wohl öfter so, dass höhere Entwicklungsstufen, sehr niedrigen Stufen ähneln und aus Sicht der mittleren Stufen sehr verwirrend aussehen. Die besten Massagen diese Season waren dann lustigerweise Japanische Haare auf meinem Bauch Massage oder Ventilator Wind auf meinem Rücken Massage! Oder die vorletzte Session Chi Nei Tsang auf Koh Phangan. Ausschließlich tief in den Bauch vordringen. Ganz zum Schluss bin ich dann nochmal da hin wo ich meine aller erste Massage hatte (siehe Bild). Und ich bin so unendlich dankbar für all die Hände und Menschen die mir ihre Energie gegeben haben. Für die kichernden Ladys bei Lotus und für alle Ecken von Thailand in denen sich die verschiedenen Styles entwickelt haben. Und ich bin auch generell dankbar, dass die Grundlage davon die östliche Philosophie ist. In ganz Asien hat sich eine so fundamental andere Sicht auf die Dinge entwickelt. Sichtweisen die so weich und weise sind und von denen ich so viel gelernt habe. Letztendlich so viel, dass kein Doktortitel irgendwas ausdrücken kann. All das Wissen und die Erfahrung zeigen mir immer mehr, wie wenig wir wissen. Und in diesem Sinne zitiere ich zur Promotionsfeier mal meinen Vater: "Wissen ist Macht, und Nichts wissen macht auch nichts."

Donnerstag, 24. Januar 2019

I LOVE YOU ♥ around the world 🌎🌍🌏

In den letzten drei Jahren von Anfang 2016 bis Ende 2018 habe ich in 36 Sprachen gelernt "Ich liebe dich" zu sagen. Meistens in Sprachen von Ländern in denen ich schonmal war oder die ich in dem Jahr bereist habe. Oder von Menschen die ich auf den vielen Reise getroffen habe. Das war wirklich schön und es ist immer wieder ein schöner Eisbrecher wenn man wenigstens einen Satz in einer anderen Sprache kann. Und vor allem diese magischen Worte sind ja was die Welt eh mehr braucht. Außerdem war es auch spannend zu lernen wie es in den verschiedenen Kulturen klingt oder welche Abstufungen es zum Beispiel im Indonesischem gibt. Oder die Japanerin von der ich es gelernt habe, sie hätte das noch nie zu jemandem gesagt was in Japan wohl auch eher unüblich ist.
In den Europäischen Sprachen wie Französisch, Italienisch oder Spanisch in der man die magischen Worte ja meistens schon kennt, habe ich noch ein paar übliche Floskeln hinzugefügt. Und ich habe mir auch Mühe gegeben immer alles richtig auszusprechen, was natürlich am schwierigsten ist. Bei Russisch zum Beispiel haben mir mehrere russischsprachige Menschen immer wieder meine Aussprache in eine andere Richtung korrigiert bis ich irgendwann nicht mehr wusste was "richtig" ist. Und natürlich danke ich auch allen die mit mir ihre Sprache, Kultur und irgendwie auch Liebe geteilt haben. Inklusive sehr tollen und witzigen YouTube Tutorials. Die Welt ist so schön bunt und vielfältig. Und ich liebe diese Diversität. Am Ende jeden Jahres habe ich dann auch noch versucht alle Versionen mindestens einmal zu schreiben. Was mehr oder weniger abenteuerlich oder schön anzusehen ist. Anyway. Hier sind die Resultate in Form von Facebook Videos. Ich höre jetzt erstmal auf mit weiteren Sprachen aber natürlich nicht mit der Liebe.

2016 Videolink: https://www.facebook.com/maurice.stanszus/videos/10154864085869393/
In den Klammern steht immer die Version die ich mir für meine Aussprache gemerkt habe. Davor wie es in unserem Alphabet geschrieben wird und ab und zu natürlich in den schönen eigenen Schriftzeichen des Landes oder der Sprache. 

🇰🇷 Korean thanks to my Songyi Lee: salanghae (sa rang he) 사랑해
🇹🇭 Thai thanks to all my Thai friends: C̄hạn rạk khuṇ (kan lak kun) ฉันรักคุณ
🇰🇭 Khmer thanks to the Secret Pavillion in Cambodia: khnhom​ sralanh​ anak (kniom srolang nea) ខ្ញុំ​ស្រលាញ់​អ្នក
🇱🇻 Latvian thanks to YouTube: Es mīlu Tevi (es miilu tevi)
🇱🇹 Lithuanian thanks to the birthplace of my dad: Aš tave myliu (asch tavä milu)
 Türkisch thanks to Hasret and Berlin: Seni seviyorum (or seviyorum seni)
🇫🇮 Finnish thanks to Mikko Vanni: Minä rakastan sinua (Mina ragkastan sinua oder sinua ragastan)
🇵🇱 Polish thanks to Iwona Michalik: kocham Cię (kooham chie)
🇦🇫 Fassish/Persisch thanks to the Afgan refugees from Tempelhof Airport: (Man tora) dust daram (dused/duset/dooset daram) دوسِت دارم
🇳🇱 Niederländisch thanks to Awakenings: ik hou van je/jou (ik hau van jau)
🇮🇩 Indonesisch thanks to my global friend Novi Kresna Murti: aku sayang kamu (aku sajang kamu) - aku cinta (jinta) kamu - suka levels of deepnes 3-2-1 sayang - cinta - suka
🗾 Japanisch thanks to Kaori: aishite (aischtere/u) (愛してる)


2017 Videolink: https://www.facebook.com/maurice.stanszus/videos/10155950821549393/
🇩🇰 Dänisch: Jeg elsker dig (ja elskada) thanks to Anna Johannsen
🇸🇪 Swedish: Jag älskar dig (ja ällskar dey) thanks to YouTube
🇱🇦 Lao: ຂ້ອຍ​ຮັກ​ເຈົ້າ khony hak chao (Koy hak jau) thanks to Champalao Bungalows
🇲🇾 Malay: Saya cinta kamu (... Saya chinta kamu) thanks to Alicia Sureenawathi
🇬🇷 Greece: Σε αγαπώ Se agapó (se agapo) thanks to my return flight neighbor 💺
🇮🇹 Italian: Ti amo e ti voglio tanto bene (tivolio tanto bene) special thanks to Nadja Burgio
🇷🇺 Russian: я люблю тебя, ya tebya lyublyu (ya cebia lubliu) thanks to Stefanie Jauch
🇫🇷 French: Je t'aime et Tu compèt(es) t(a)ont pour moi. thanks 4ever to Yvonne Paignant
🇲🇲 Burmese: မင်းကိုချစ်တယ် mainnkohkyittaal (Nga min go chit tay) thanks to Jella Fink
🇪🇸 Spanish: Te quiero y me estoy enamorando de ti. Thanks to @hiibizaofficial
🇧🇷🇵🇹 Brazilian Portuguese: Eu amo você. Thanks to Dennis Evisu 😂
🇻🇳 Vietnamese: Anh yêu em (An eu em) or Anh thuong em. Thanks to AuLacOi.com

🇳🇴 Norwegian: Jeg elsker deg (Jai Elsker Dai) thanks to Oslo Airlort
🇳🇪 Sri Lankan Sinhalese: Mama Ojata Aderei (mamö ojate aderei) thanks to Alicia Sureenawathi
🇭🇺 Ungarian: Szeretlek (seretlek) thanks to this guy at Fullmoon
🇪🇬 Egyptian: بحبك Bahebek (Bahebik) thanks to Tokyo Walking Tour
🇧🇹 Buthanese / Dzongkha: ང་ཁྱོད་ལུ་དགའ Nga chey lu ga /Nga gi che lu ga (na che luga) thanks to Gummy Sonam
🇨🇭Bündnerdeutsch: i liaba di thanks to Sabrina Zogg
🇲🇦 Northern Marokkan Arabik: kanbghik (kangbrik) thanks to this guy at Kotti
🇸🇬 Singapore Hokkien: Wah Ai Lu (Wah Ai Luüø) thanks to Ga Seng
🇹🇼 Taiwanese: 我愛你 (Wa ai li) thanks to Kate Wang
🇸🇦 Saudi Arabic: (ana ahbik, Ana bahbek, 'ahbak) thanks to Crown Prince Mohammad Bone Saw
أحبك
🇨🇿 Czech: Miluji tě (Miloui tjä) thanks to YouTube
🇧🇪 Belgium: Ik zie je graag (ik zie ü (g)raa(g)) thanks to everything and everybody 🙏


Und zum Abschluss der Liebesangeberei dann noch die schriftlichen Versionen.

#LOVE

Montag, 24. Dezember 2018

Dreißigundsechs

Das dreißigundsechste Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. Dezember 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


„Fangen wir heut mal anders an. Es ist Dezember. Monat Nummer 12. Die addierten Ziffern ergeben 3. Und es ist Tag Nummer 24. Addierte Ziffern ergeben 6. Ergibt 36. Newsletter Nummer Sechsunddreißig oder wie es etwas logischer klingen würde Dreißig-und-sechs. Heute ist Weihnachten. Aber ich feier nicht. Ich feier nichts, was mit der scheinbaren Geburt von jemandem, vor ein paar tausend Jahren zu tun hat. Ich feier nichts was mit Kirche, Religion oder Gott zu tun hat. Ich wollte sagen, ich feier das Coca-Cola Weihnachten und freue mich das alle meine Lieben gesund sind. Das ist aber nicht so. Wenn es ihn gibt, hat dieser Arsch Krebs erfunden.
Ich schreibe grade mit zitternden Händen. Als ich das aller erste mal wirklich angefangen habe zu schreiben, haben meine Hände auch gezittert. Mein Deutschlehrer hat wohl, vor mir, ein Talent entdeckt und es mit einem un-diskutierbaren Thema aus mir herausgekitzelt. Heute nehme ich mir ein weiteres un-diskutierbare Thema vor. Wohl das größte was es gibt. Heute kritisiere ich Gott.
Aber keine Sorge, ich werde das nicht mit den üblichen Argumenten machen. Ich bin keiner von den Wissenschaftlern, die nur ans Beweisbare glauben. Als ich übers Mittelmeer gelästert habe, wusste meine Mutter genau, dass es mir einen Tag später eine Schelle verpasst hat. Mein Handy weiß immer von ganz alleine wann es Schwierigkeiten mit meinem Vater gibt und Mizi hat sowieso 7 Sinne. Zufälle sind keine Wunder, aber mit Sicherheit haben sie mehr Struktur als reine Mathematik.
Ich werde auch nicht den Schubladenfehler machen. Viele Terroristen sind Religiöse aber nur wenige Religiöse sind Terroristen. Bekloppte sind halt einfach bekloppt, egal aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören.
Ich spreche die scheinbar harmlose Masse an, die auf Hollywood Niveau dazu veranlasst wird, mit dem kritischen Denken aufzuhören. Ich spreche den wohl größten Trotz-Effekt an, den es gibt. Denn Gott ist so zum kotzen perfekt wie die 24. Und von dieser Perfektion werden zu viele geblendet. Denn es besteht eine Kausalität zwischen Intelligenz und Religion. Eine negative. Je geringer die Intelligenz, desto größer wird die Gewalt, die unterbewusst durch den Trotz ausgelöst wird. Und hiermit meine ich hauptsächlich verbale Gewalt oder psychische gegen sich selber. Es ist kein Zufall dass Leidenschaft, Wissenschaft, Kunst und Literatur ohne ihn auskommen und trotzdem sozial bleiben. Moral und Liebe sind viel älter als die meisten Religionen.
Und wenn ich sehe wie sich die Autoritäten aufspielen, würde ich gerne so unhöflich sein und Mizis bzw. Nietzsches Wahrheit in einer Kirche brüllen. Oder dem Papst, wenn er so viel Quatsch erzählt, mit Klausis Worten sagen „Halts maul". All dies mach ich nicht, ich toppe das, indem ich diesen Newsletter, an diesem Tag, in diesem Land rausschicke. Dieser überzogene Respekt muss aufhören, damit eine kritische Diskussion voran kommt. Und das tut sie nur, wen man niemals nie sagt. Wenn nun also zwei verschiedene Alien Spezies mich mit vernünftigen Argumenten von Gott überzeugen würden, würde ich an ihn glauben.
Aber solange das nicht der Fall ist, werde ich genüsslich den Apfel im Garten Eden essen, solange er ein Bio- oder Fair Trade Label hat. Ich werde meiner Musik lauschen die ohne Sprache funktioniert und viel besser an meine Seele herankommt. Und mich freuen dass alle religiösen Wunschvorstellungen in der Technokultur schon längst Realität sind.
Aber um diesem Thema etwas mehr Nachdruck zu verleihen und um mich nicht in Widersprüche zu verwickeln, werde ich vor allem eins tun. Ich werde aufhören den Newsletter zu schreiben. Das was ich an den Religionen kritisiere, ist der zu große Interpretationsspielraum. Der, der so unzählige Male, seit tausenden Jahren so negativ ausgelegt worden ist. Newsletter Nummer Dreißigundsechs ist der letzte, da ich mit meiner Abstraktheit nicht das gleiche Risiko eingehen möchte.

Ich bedanke mich für drei Jahre Aufmerksamkeit in diesem tollen neuen Jahrtausend.
Maurice Stanszus“



Kaboom. Und damit sind wir am Ende der Reise. Drei Jahre Newsletter und zehn Jahre später der Versuch diese Newsletter zu erklären. Völlig unbedeutende Jahre für die Menschheitsgeschichte, aber sehr richtungsweisende Jahre für mich. Und egal zu welchen fundamental wichtigen Themen ich mich da so geäußert habe, alle haben sich geändert. Alle ändert sich konstant bis in die Unendlichkeit. Doch in jedem Moment ist es wie in Stein gemeißelt. Je jünger desto absoluter ist alles. Inzwischen bin ich Gott schon ein paar mal begegnet. Was nach wie vor nicht heißt das ich an ihn oder irgendeine Religion glaube. Er im übrigen auch nicht. Denn er ist in jedem Tropfen, auf nem Festival, hinter und vor dem Tod, auf deinem Kopf und in jedem Hundehaufen. Und er ist sogar ziemlich cool und smart. So wie diese futuristischen AI Monster nur in nett. Naja egal, was ich glaube ich mit all diesen Worten, Sätzen, Newslettern, Blogs und vielleicht auch mit diesem Buch sagen wollte ist: Garnichts. Nein Scherz, um es kurz zu machen, ihr seht die 36. Eigentlich habe ich von dem OM Zeichen nur einen Strich umgedreht. Das hat mal einer am Schlesi in Keuzberg 36 so gesprüht. Brilliant. Und das Bild besteht aus den Überschriften der letzten drei Jahre. Mein transformativer Weg der Erkenntnis. Übers Schreiben und übers Leben. Und die wichtigste Nachricht ist, dass alle integraler Bestandteil des Gesamtkunstwerkes sind. Auch die Irrwege, der Schwachsinn an den man phasenweise geglaubt hat. Auch die blöden, bösen und dummen Sachen die man gemacht hat. Sowohl das logische als auch das emotionale, das männliche und das weibliche. Führt das fort mit allen Gegensätzen und tauscht das oder mit einem und aus. Das ist was ich sagen will. Das Gesamtbild setzt sich zusammen aus allen Teilen. Auch denen die man hasst. Das Gesamtbild kann man evtl auch garnicht sehen oder verstehen oder beweisen. Aber das heißt ja nicht, dass es nicht da ist. Und jetzt hängt dieses Meisterwerk in Paris wo es hin gehört.

Das Leben ist schön wie es ist, alles was passiert hat seinen Grund. Und das auch in den tiefsten und dunkelsten Momenten zu sehen, hilft wirklich ganz gut, um durch diese verrückte Welt zu surfen. Am Ende dieser literarisch katastrophalen Reise kann ich eigentlich vor Freude nurnoch heulen. Wie schön und entzückend doch einfach alles alles alles ist. Auch die Hundescheiße. Und na logisch hat auch Gott Krebs erfunden. Ich bin Krebs. Jetzt ist grad Vollmond im Krebs kurz nach der dunkelsten Nacht des Jahres. Wen interessierts? Er hat auch Hirnhautentzündungen erfunden, und Bier und natürlich auch Weihnachten. Und alles ist so schön weil ja wie schon mehrfach gesagt die Lösung und die Antwort auf alles so kompliziert einfach ist. Das Gute und die Liebe brauchen ja ihren Gegenpool. Das Große und das Kleine sehen so offensichtlich gleich aus. Am Ende gewinnt das Gute immer doch irgendwie zu 51% und falls das garnicht das Ende ist, kriegt man das Ende ja eh nicht mit. Und somit ist die Antwort auf alles mit über 50% Wahrscheinlichkeit vollkommen egal. Die andere Hälfte sind die besagten und viel diskutierten Antworten wie Gott oder 36 oder Katze oder Liebe oder alle möglichen Farb- oder Zahlenkombinationen (inklusive 42, schwarz weiß, sogar gelb, usw.). Naja zum Glück haben wir ja endlich wieder die Emojis und damit sind wir bei den Pyramiden wieder angekommen. Wäre ja auch bald Zeit das dieser Planet auf dieser ovalen Umlaufbahn malwieder vorbei kommt. Ist aber wie gesagt auch egal. Ich bin jetzt 33. Das sei das Jesus Alter hat mir gestern jemand gesagt. Dann hoffen wir doch mal, dass in drei Jahren dieses verdammt Buch raus kommt und ich an meinem hundersten Geburtstag rückblickend kurz lächeln kann. Wisst ihr diese kurze brillante leichte Lächeln von den alten weisen Opa Yogis die es so krass drauf haben. Eben weil sie wissen über was für einen bekloppen Firlefanz man sich sein ganzes Leben aufgeregt hat. Dieser ganze unwichtige Müll der eigentlich nur da ist um als Treibstoff verbrannt zu werden. So aber jetzt wollen wir zum Ende mal nicht noch wehleidig werden und endlose Schachtelsätze aus den Rippen leiern. Was zur Hölle soll im Himmel geiler sein als dieses Leben und dieser Moment. Vielen Dank. An wen auch immer.

Samstag, 24. November 2018

FUCK YOU EUROPA!

Das dreißigundfünfte Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. November 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


“Puta madre Europa, ay yayay yay ay caramba, que malas palabras. Pero no son mías. Quise citar a Madonna después que ella supo que Obama ganó en Ohio. Ella dijo: Esto es el comienzo de un Nuevo mundo. Lloré de felicidad nuevamente. Pero hay un problema. El resto del mundo está ocupado copiando la vieja versión del mundo. Europa y EE.UU están en el comienzo de crear una sociedad sustentable. Y como siempre estamos felices por este "cultura- update". Pero la cultura es muy lenta. Me gusta lento, por ejemplo un desarrollo más orgánico o la educación con libertad. Aprender de tus propios errores. Pero ahora no hay tiempo para soluciones. Es mucho mejor para países como China y Chile, y los continentes a su alrededor, copiar la nueva versión. Pero ellos no lo hacen así. Y tu sabes por qué?
ahyaya es un tema que prefiero. Quiero escribir mi tesis de doctorado en este tema. El "efecto despecho". Recuerdo muy bien lo que sentí después de mi viaje a Copenhagen. Toda la gente es bonita, amigable e inteligente. Eso es terrible. Es como que quisiéramos pegarle a Ned Flanders en la cara. O si hablamos sobre LOHAS… No soy un ECO-FREAK. Lo que quiero decir es, Copenhagen, Flanders y ECO-FREAK de  hacen enojar. Y Europa es como Flanders para el resto del mundo. Las criticares este sentido no están basadas en hechos establecidos, si no emociones. Pero es mejor hablar sobre este efecto seriamente. Necesitamos más investigación de este asunto. Todavía no hay discusiones al respecto. Pero creo que la dimensión de este problema podría ser demasiado grande. Y posiblemente es culpa de Europa. Tal vez Europa es muy arrogante. Cuál es la palabra para arrogancia justificada?
Eeeehhhheheheh no es nada. Yo soy una persona de costa o de bosque. Para mi es necesario hablar lento y menos alto. La gente del desierto o de las montañas gritan. Pronto dejaré un poquito de mi cortesía. Esperando que esta contradicción termine con  el manejo de calidad y la flojera que serán buenos amigos en el futuro.”



Ernsthaft? Ich habe den vorletzten Newsletter komplett auf Spanisch geschrieben? Oder besser gesagt meiner Version von Chilenopo? Was ich natürlich schon längst nicht mehr kann. Ich habe ja fast bereut, dass ich spanisch sprechen konnte und dann gezwungenermaßen in der Berlin U-Bahn auch dieses endlose nichtssagende Geplapper auch noch verstehen konnte. Anyway ging es hier laut Google Translate malwieder über das zu der Zeit aufpopende Thema der LOHAS. Mit Madonna auf dem Cover der Vanity Fair Green Issue und Obama als Hoffnungsträger einer neuen besseren Welt. Und noch genauer ging es um die berechtigte Arroganz die wir Europäer haben und der Trotz den das in der zweiten Welt auslöst. Es ist mir aber inzwischen auch alles so egal geworden. Bitte bringen wir alle diesen jugendlichen Enthusiasmus endlich zum Ende. Manche Sachen wollen einfach nicht sterben. Man muss sie wirklich regelrecht töten. Sogar die grüne Idee muss jetzt bitte wirklich endlich umgebracht werden. Sterben ist evtl sowieso die ultimative Antwort. Und ich spreche jetzt hier nicht als depressiver Suizidkandidat. Im Gegenteil ist die Erleuchtung auch eine Art Sterben und die Erkenntnisse und Lebensweisen danach, mögen von außen betrachtet sehr ähnlich aussehen wie eine tiefe Depression. Aber wem soll man das bitte noch erklären? Was zur Hölle soll im Himmel geiler sein? Zu Lebzeiten schon gestorben zu sein, um sich das Nirvana anzugucken und danach dann mit wirklich offenen Augen zu Leben. Ja das kann man hoffnungslos oft erklären, aber der Weg dahin ist den meisten Menschen fundamental zuwieder.

Ich als Mensch mit meinem Gehirn denke, ich bin das Masterpiece der Evolution. Guck den Hund von oben herab an und sag er sei mein bester Freund. Und ja irgendwie bin ich dem Hund voraus. Der Hund ist nur dumm und glücklich. Ich als Mensch weiß den ganzen scheiß der Welt und das ich sterben werden und bin deswegen unglücklich. Das ist aber nur die Halbzeit der Evolution. Das ultimative Endziel ist glücklich zu sterben. Solange ich da nicht bin, sagt der Hund zurecht in meine arrogante Schnauze #FuxxU. Und dann geh ich mit ihm, nach ihm in den Hundehimmel und treffe Gott. Das ist mal Teamwork. Danke Fahra Diva Beremetteli für die Erleuchtung. Kein Mensch versteht wovon ich hier rede. Aber vielleicht irgendwann, wenn die Halbzeitpause vorbei ist. Wir nähern uns der 36. Dann wenn alles vollkommen ist. Und zwar immer schon. Bzw nie.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Die Regionen maskulinen Schwachsinns sind nicht mehr so gut bewacht wie früher

Das dreißigundvierte Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. Oktober 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.

“Wenn ich in der vergangenen Lättern immerwieder von Paradigmenwechsel oder Anne-Wand fahren gesprochen habe, dann verfliegt mir das zu leicht. Ich krieg diesen Wandel nicht in Worte gefasst, irgendwas richtig Fettes ist da am brodeln. Ich weiß nicht, aber ich glaub in den nächsten 5, höchstens 10 Jahren passiert irgendwas richtig heftiges. Ich meine alle Systeme verändern sich gerade grundlegend. Es ist nicht so, dass die sich ständig weiterentwicken. Das sind schwerfällige Monster die faul sind. Aber jetzt rumort irgendwas tief im Bauch. Vielleicht denke ich das auch nur, weil ich schon wieder Kulturshockbauchschmerzen bekommen hab, als ich letzte Woche auf einem Vulkan stand. Aber bald passiert was, und dann merken es alle.

Zum Beispiel die gesamten politischen Verhältnisse ändern sich. Die Feminisierung lässt auf beiden Seiten den durchschnitts EQ wachsen. Oder der riesige fette Markt. Dieses Riesenbaby von Kapitalismus hat grad gepupst und gleich danach ein Bäuerchen gemacht. Wir nennen das Subprime- und Finanzmarktkriese. Ja putzig, das kleine Dummerchen wird älter. Ja das ganze Kulturelle System wälzt sich grad nach oben, ähnlich wie die Nazca-Platte die Anden wachsen lässt.

Ich bin Optimist und hoffe das sich meine kleine Machtkette (Gosh-Staat-Corporations-Shareholder)wie folgt ergänzt. -Bürger (Wähler und Konsument). Nicht mehr RausAusmSystem, sondern infiltrieren und verändern. Aber vielleicht ist das auch alles totaler Blödsinn und nur eine selbstlügende Illusion, die ich mir mache um das Loch zu füllen, welches entsteht wenn man seine Ziele erreicht hat.“

Ja und jetzt sind zehn Jahre vergangen und es ist malwieder so unendlich viel passiert. So viel, dass man es sich vorher nicht vorstellen kann. Inzwischen fliegen andauernd schwarze Schwäne vorbei, mit denen keiner gerechnet hat. Der maskuline populistische Schwachsinn hat ein glorreiches Revival. Obama hat ganz passend gesagt, dass es irgendwie immer zwei Schritte vorwärts geht und dann einen zurück. Aber selbst diese Rückschritte, so blöd, nervig und absurd sie auch sind, gehören dazu. Sie sind notwendig für die Gesamtentwicklung. Das ist der Teil der 36 der so schwer zu verstehen ist, weil man ihn einfach nicht akzeptieren will. In der Wunschvorstellung soll immer alles wie in der 24 perfekt besser werden. Aber das tut es nicht. Es braucht die Disruption. die kreative Zerstörung. Der Vulkan brodelt immernoch und immer mehr. Und er wird auch solange weiterbrodeln und ab und zu ausbrechen solange es den Planeten gibt. Nur stoßen wir in eine immer höhere Komplexität vor. Alles ist mit allem verknüpft und zwar immer mehr. Das ist gut und schlecht zugleich und viel wichtiger, es ist richtig so wie es ist. Es kann sogar schön sein wenn man es erkennt. The beauty in everything inklusive dem Scheißhaufen und Krieg. Um die 36 zu erkennen muss man aber sehr sehr weit rauszoomen. Zeitlich, räumlich und was ist sonst noch für illusorische Dimensionen gibt.



Merkle ist immernoch da, Bachelet war wieder da, in China ist irgendein anderer Xi oder Pi und den Auswechselspieler von Obama kennen wir. Das Pendel pendelt immer weiter die hübsche bunte Spirale nach oben. Das menschliche Gehirn ist inzwischen das komplexeste Ding was die Evolution hervorgebracht hat. Es hat seine Macken und Limitierungen. Aber es wird sicher nicht die letzte Erfindungen sein. Irgendwie wird sich wieder was an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Es wird das vorherige beinhalten, so wie ja auch unser Gehirn im Kern das von einer Exe ist. Und es ist nicht gesagt, dass der nächste Schritt biologisch sein muss. Ich glaube aber weiter daran, dass es so radikal wird wie der Unterschied von Affen zu Menschen. Nur das wir dann die Affen sind.

Naja und das weltpolitische Kasperletheater geht auch immer weiter. So langsam habe ich das mit dem Ego verstanden, da sich meins evtl immer mehr aufgelöst hat. Aber das ist wirklich schwierig und ich fühle fast mit, bei all denen die noch nichtmal gelernt haben den ersten Schritt in diese Richtung zu gehen. Nur leider führt das immer mehr dazu, dass ich diese unbeschreibliche Magie und Absurdität grad garnicht mehr beschreiben will. Ich will nichts mehr wenn das Ich weg ist. Dann gewinnt man jedes Machtspiel weil man garnicht erst mitspielt.

Montag, 24. September 2018

Aus der Mango ist eine Avocado geworden

Das dreißigundritte Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. September 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


„Wer hätte das gedacht. Von der abstrakten Winweltrettevision zur konkreten Umsetzung und aus der chinesischen Mango ist lediglich eine chilenische Palta geworden. Endlich weiß ich wieder worum es geht, angekommen am Anfang der Wertschöpfungskette. Ich war zeitweilig etwas durcheinander. July war ja wohl völliges Kaos und im August hat das Bild nicht mit dem Text und die Headline mit garnix zusammengepasst. Wieso kritisiert mich denn da keiner? Vielleicht wurde ich ja kritisiert und habe es nicht gecheckt, da die Kritik aus Höflichkeit in einer Abstraktion versteckt wurde. Über dieses „nichts sagen“ würde ich mich natürlich freuen, da es ein Zeichen von Respekt wäre. Es wäre ja gar allzu peinlich mir in aller Öffentlichkeit mitzuteilen, wie bekloppt ich doch grad sei.

So da sitz ich also nun in meiner Casa in Hijuelas und überlege welche Topics ich auf der Zielgerade vor dem undiskutierbarem Thema noch mal aufgreife. Ich sollte mir nix großes vornehmen, da der erste Panda Lätta auch fürn Arsch war. Wie wäre es mit Rauchen? Wenn ich Gegenstände mit in meine Hasscharts aufnehmen könnte, wäre die Zigarette auf gleicher Ebene wie der Wurstkönig. Diese idiotischen kleinen Scheißdinger klauen mir meine liebsten Papas, Mizis und Geats, und machen aus ihnen unhöffliche, respektlose, stinkende, gelbzähnige, doofe und nervöse Monster. Gleich geht das letzte Jahr des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends los. Madonna und Michael Jackson sind 50. Das heißt wir sind bereits in der Zukunft. Und in der Zukunft wollen wir Ballons. Große bunte Ballons gefüllt mit Kreativität. Nutzlos aber schön. Aber die Glut der Zigaretten lässt die Ballons zerplatzen. Ist ja eh nur Luft drin und die scheiß Raucher freuen sich scheinbar über den Knall. Es ist nicht nur Luft. Es ist mehr was ihr kaputt macht und wenns drauf ankommt, würdet ihr die Bombe nicht zünden. Ihr seid Vergangenheit!“

Ja keine Ahnung. Wie sie sehen lesen sie malwieder nichts. Weiß ich jetzt auch nicht mehr was ich damit sagen wollte. Evtl ist meine übertriebene Disziplin auch irgendwann nutzlos. Nur weil morgen schonwieder der 24. ist malwieder was schreiben. In 90% aller Fälle ist diese starre Disziplin, einfach alles durchzuziehen ja wirklich sehr hilfreich. Ohne sie wäre ich nicht da wo ich bin. Und 90% Disziplin geht halt auch irgendwie nicht. Es müssen schon Hundert sein weil sonst sind es Null. Aber diese selbst auferlegten Regeln haben eben auch ihre Grenzen. Man kann nicht alles in ein Regelwerk und damit in eine Box pressen. Genau darum geht es hier doch. Deswegen müssen wir die 24 auch zum Ende zerstören. Und dann integrieren. Also immermalwieder die Gewohnheiten, die einen so stark durchs Leben begleiten selbst aufbrechen. Oder aufbrechen lassen. Zum Beispiel von der Liebe. Hervorragend geeignet um sich überhaupt nicht an irgendwelche Regel zu halten. Sie macht was sie will, fällt und fliegt in völlig unkontrollierbare Richtungen. Wundervoll mysteriös stößt sie einen immer wieder an die Grenzen und wenn man es zulässt zerstört sie diese auch. Einfach aufgeben, hingeben, fallen lassen und sterben. Der September ist immer der Anfang vom Ende. Jetzt fangen wir nichts neues mehr an. Der Tag ist vorbei, das Jahr auch. Keine neuen Projekte mehr. Großteil der Ziele erreicht. Also einfach den Sommer ziehen lassen, in den Wald fahren, sich auf den Boden legen und still sein. Nicht bewegen. Wirklich nicht bewegen. Egal was passiert, lass es endlich einfach mal passieren. Das ist schwer und das ist schön und dann ist es leicht. Die Zeit hört auf und wenn man das dann auch noch teilen kann, dann ist doch alles gut. Nichts mehr wollen außer die graue dunkle Zukunft. Und eigentlich zerstört man die 24 natürlich nicht. Man integriert sie in etwas größeres. Die Metamorphose wächst immer aus ihrem jetztigen Zustand über sich hinaus. Die Mehrzeller bestehen aus vielen verbundenen Einzellern. Das Gehrin besteht aus alten Kernen und neueren Schichten drum herum. Die Gesellschaft besteht immer aus allen. Auch den Idioten. Es geht nicht ohne die Idioten. Sie sind integraler Bestandteil der höchsten Künste. Die Spitze der Evolution zerstört nicht ihre Vorgänger, sie basiert auf ihnen. Und darum geht es. Die 36 ist integral.



Also kommen wir nun langsam zum Ende. Und zwar über Chile und die Avocados die ich da organic gemacht habe. Es ist schwierig gegen Monsanto und bei all den Lügen weiß ich auch garnicht mehr was stimmt. Aber ich weiß, dass man die Welt verändern kann wenn man will. Und es ist noch nichtmal sonderlich anstrengend. Anstrengend ist es eh immer nur je nach Perspektive. Und das ist schwer zu verstehen wenn man noch nicht gelernt hat, das man den Perspektivenwechsel auch selbst herbeiführen kann. Kann man aber. Ist mir auch egal wenn ihr nicht wisst wie. Bewegt einfach euren mentalen Arsch und findet es selbst herraus. Euer Gemecker nehme ich nicht ernst, es sei denn es handelt sich um völlig belanglose Dinge, wie die Staudurchsage auf Deutschlandfunk. Aber da kann man ja auch einfach aus machen. Bis zu dem einfach scheint es garnicht so einfach zu sein, aber nach dem einfach war es dann doch sehr einfach. In diesem Sinne. Endspurt.

Freitag, 24. August 2018

Die Grenze verläuft nicht zwischen Ost und West, nicht zwischen oben und unten, die Grenze verläuft zwischen dir und mir.

Das dreißigundzweite Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. August 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


„Ja die guten alten Grenzen. Es ist nicht einfach unsere Schubladen ständig zu verschieben und es dauert noch länger die neue Weltordnung, in der wir bereits sind, zu checken. Ich fand das Finale des Mannschaftsturnens der Mädchen zur Symbolisierung ganz geeignet. Neues Gold für die 13 jährigen Chinesinnen. Im Vogelnest der grünen Friedenstaube zeigt sich, entgegen jeder verbohrten Detailkritik, eine enorm positive Entwicklung. Eine weitere Tendenz, jedoch nach unten, ist die der neonpink-glitzernden-make-up-grinsenden US-Girls die mit Silber natürlich nicht zufrieden sind. Die USA hatten ihre Zeit in der Weltgeschichte, es bleibt nur abzuwarten ob sie mit Obama/Kennedy 2.0 noch mal die Kurve kriegen oder mit Pommes voll an die Wand fahren. Naja und die niemals lächelnden Russinnen werden jetzt sogar von EURO Ladys aus Rumänien vom Treppchen gedrängt. Der verbitterte besoffene Riese kann mit seinem Trotz natürlich gar nicht umgehen und verkloppt idiotischerweise den kleinsten aufm Schulhof.

Mich soll das alles gar nicht interessieren denn ich hau wieder ab und diesmal in eine ganz andere Richtung. Auf meiner Reiseliste „alle Länder die mit C H I anfangen“ fehlt mir nur noch eines. Dank meiner fehlenden Souveränität werde ich Berlin im Rosinenbomber tschüss sagen. Gegen Tempelhof, aber selber die Luft verpesten und zu dieser Paradoxie stehen. Ich will mehr davon. Wie wärs mit: Gegen Mediaspree voten und danach die Eisbären in der CO2 World anfeuern. Das Foto ist übrigens der direkte Gegenschuss vom letzten Augustfoto. Ich hoffe ihr könnt euch denken was das bedeutet.“

Wenn man von der East Side Gallery kommt und über die Schillingbrücke geht und der alten Mauer folgt dann kreuzt man die Köpenicker Straße. Und die Wand hinter A.T.U hatte immer diesen fetten schwarzen Spruch. Die Grenze verläuft nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen oben und unten. Das fand ich gut weil es nicht mehr über die Teilung der Mauer in der Vergangenheit meckert. Sondern eines der wenigen Themen die wirklich schlechter werden in dieser Welt. Die Ungleichverteilung. Umso cooler fand ich es als die Wand dann leider irgendwann weiß war und wieder irgendwelche schlauen Punk-Graffiti-Whatever-Guys den nächsten Spruch rangeschrieben haben. Erst sind sie nicht fertig geworden und der Satz war nur angefangen. Später aber stand da wieder philosophisch schlau und richtungsweisend, dass die wirkliche Grenze auch garnicht mehr zwischen oben und unten ist, sondern eben zwischen mir und dir.

Und das ist so wahr. Der Graben von meiner subjektiven Weltsicht zu deiner kann wirklich der tiefsten sein. Den zwischen Ost und West haben viele überwunden. Viele Idioten natürlich noch nicht, aber das sind die ewig gestrigen. Um die geht es mir nicht. Viele Idioten gibt es immer schon. Die generelle Tendenz ist wichtig. Und ja die Schere zwischen arm und reich wird größer. Aber es wird auch immer leichter eben diesen Graben zu überspringen. Früher war es schlicht undenkbar aus seiner Schicht raus zu kommen. Heute ist es zwar immernoch schwer, aber paradoxerweise gleichzeitig, eben auch so einfach wie noch nie. Dank Internet, globalem kostenlosem Zugang zu wissen, usw. kann man es immer leichter von unten nach oben schaffen. Anyway ist also auch das nicht mehr die zukunftsweisende Tendenz in diesen tollen Sprüchen an dieser weißen Wand. 

Die Grenze zwischen mir und dir kann aber sehr sehr schwer zu überwinden sein. Weil man dafür erstmal tief in sich rein gehen muss. Allein das machen die meisten aus vielerlei Gründen ja schon nicht. Dann entfernt man sich irgendwann so weit vom außen ins innere um am Ende festzustellen, dass eh alles Eins ist. Aber alle die nicht wissen, das Alles Eins ist, denken dann sie sind einsam und du bist seltsam. Und die Welt ist voller empathischer Fehleinschätzungen, weil die meisten Leute eben genau in die andere Richtung und damit in eine Sackgasse laufen. Kompliziert. Diesen Graben kann man auch garnicht mehr so sehr durch Willenskraft oder Mut und Stärke überwinden. Generell helfen die Muster der Vorgängergeneration schlicht garnicht mehr. Naja und inzwischen ist die Wand schon seit Jahren weiß. Keiner weiß mehr wo die Grenze war außer es stehen 8000 Ballons drauf. Keiner weiß mehr ob der Typ am Späti ein Penner ist oder ein Start-Up CEO. Und keiner weiß mehr wo die Grenze zwischen mir und dir überhaupt ist, wenn alles ALLEIN ist und alle ALEINE sind. Also ist das jetzt durch. 



Und früher konnte ich von der Kopi in die Panne Bar gucken. Einmal sind wir sogar Luftline gelaufen und geschwommen. Und dann haben sie die O2 World da hin gebaut. Jetzt ist es die Mercedes Benz Arena und das architektonisch Langweiligste Office Ghetto ever. Und es ist egal weil ich wohne hinter der weißen Wand im Vogelnest und bin der CEO Penner am Späti. Und so wichtig Grenzen auch sind, umso wichtiger ist es sie ständig zu sprengen, zu überschreiten, aufzuweichen und wieder neuere kompliziertere Grenzen zu ziehen. Die Welt verändert sich so schnell und so doll. 10 Jahre sind wie 100 Jahre früher. Und bald wird ein Jahr wie 1000 sein. Es werden wieder viele nicht mitkommen aber an der weißen Wand wird die Antwort stehen.