Posts mit dem Label EGAL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label EGAL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 24. Februar 2018

Ich bin sauer auf lass mir Brote mache.

Das zwanzigundsechste Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. Februar 2008. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


„Keine Sorge ich bin nicht sauer, ich fand den Spruch nur so geil. Da schlummert die Genialität von Helge in Geat. Wieso genial?, fragen sich alle Leute die denken sie checken was. Ist der jetzt sauer auf die Person die ihm Brote macht oder ist er sauer und lässt sich deswegen Brote machen. Ist die Brote machende Person auch sauer auf ihn oder ist das eine Wiedergutmachung. Vielleicht haben die beiden Sätze auch gar nichts miteinander zu tun und wurden fälschlicherweise zusammengetan. Alles falsch. Geat besitzt die Freiheit, sich von festgefahrenen Denkstrukturen zu lösen. Eine ungeheure Objektivität die ich gerne öfter sehen möchte.
Ansonsten bin ich wohl für immer verdammt an der FHÄW emotionale Intelligenz zu studieren. Aber der größte Kackteil ist ja jetzt vorbei. Grundlagen der Unternehmensbesteuerung in Theorie und Praxis, Controlling und Kosovo, strategisch und operatives Sticker Management, usw. Jetzt hab ich Zeit, Kopf und Liebe für: LONG-TERM-SOCIETY-PARADIGM-SHIFT.“



Helge Schneider ist vermutlich so witzig wie brillant, weil man nicht vorhersagen kann was er als nächstes macht. Vermutlich weiß er das selbst oft nicht. Er ist so weit weg von jeglichem festgefahrenem Kontext, dass es immer ein überwältigendes befreiendes Lachen ist. Die Gesellschaft und die Sozialisierung haben bei so vielen Menschen die Kreativität getötet. Das kann man doch nicht machen! Was sollen die Nachbarn denken. Das unsichtbare Monster der Allgemeinheit guckt immer zu und urteilt mit einem schiefen Blick. Und selbst wenn man ihm jahrzehntelang erfolgreich entflieht, schlummert es immer noch tief in jedem von uns. Die bescheuerten Dorfeltern die meinten, ein junge müsse ja wohl im Fußballverein sein, kann keinen Zopf tragen und schon garnicht zwei verschiedene paar Socken in der Schule. Das verkrustete Gehirn gibt einfach seine Verkrustung immer weiter. Doch es gibt Lichtblicke. Mein ältester und längster Freund aus jenem Dorf in Schleswig-Holstein war für viele immer nur der besoffene, latent aggressive Junge. Ich sah in ihm immer eine Inspiration voller kreativer Wucht. 

Beim kotzen eine klassische Melodie machen, führte letztendlich zu den legendären Parties im Rice Palace. Und solche unzusammenhängenden Sätze, die keine Struktur, Grammatik oder Logik folgen. Einfach ein Gefühlsausdruck. Ewig habe ich gebraucht zu verstehen, das Sprache garnicht klar sein kann. Egal wie rein und klar ich etwas los schicke, es kommt nie so an. Bei einigen wenigen schon, vielleicht. Bei den meisten, insbesondere dem anderen Geschlecht aber eher nie. Deswegen habe ich Frauisch gelernt. Es geht um das Gefühl welches in der Wortwolke transportiert wird. Und ich behaupte mal, deswegen gibt es so langsam nach 24. Kapiteln auch keinerlei nachvollziehbare Struktur mehr. Kultur wächst wild und frei. Kunst mag systematisch sein, geht aber letztendlich in der Suppe dann doch wieder in Rauschen auf. Und das ist ok so, es ist sogar viel vollkommener als der Hirnfreak mit dem Masterplan, der alles 10 oder 100 Jahre voraus geplant hat. 

Nur wenige können sich aus diesen Strukturen vollkommen lösen. Das monsterhafte Gesellschaftsspiel hat Firmen und Familien in fast allen Ländern erfasst. Und überall versuchen Leute auszubrechen. Aber selbst ich war nie wirklich tief drin in der Suppe und habe immer noch ein weniger schlechtes Gewissen am Wochenende nichts zu machen. Obwohl das in meinem Leben wirklich inzwischen vollkommen egal sein könnte oder sollte. Es bleibt immer der schwarze piekende Punkt im weiß übrig. Und selbst wenn das weiß am größten ist, hat der kleine Punkt die Dichte und Kraft vom schwarzen Loch. Es eiert um die 36 herum bis endlich genug Kraft, Ruhe und Zeit vorhanden ist, mit einer ordentlichen Ladung Krisendynamit immerwieder alles explodieren zu lassen. Auch das ist Teil der hübschen, wundervollen, immer bunter werdenden Spirale. Trotz Vergewaltigungen und Hitler wird sie immer schöner, vielleicht sogar unmöglich ohne sie. The Mix oft he Mix oft the Mix is endless. Kultur, Zeit, Menschen, Gene, vom Einzeller bis zur AI. 

Irgendwann und immer häufiger sieht man auf dem Weg, dass immer schon alles so sein sollte. Das mein Geist immer zum Ende des Buchs springen will, ich aber genau bei diesem Tastenschlag erleuchtet bin. Und bei diesem auch und sogar zwischen den Wörtern. Sogar zwischen den Buchstaben. Wenn man rauszoomt sieht man die Martix, wenn man rein zoomt ist es einfach sehr viel Space. Guck dir eine Stunde das Lehrzeichen zwischen diesen Wörtern an. Du wirst es vermutlich nicht schaffen. Aber wer hat schon ein Piano beim ersten mal wie ein später Komponist bedient? Wohl niemand. Versuch es immer wieder und wieder. Du und jeder kann sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Es brauch eine enorme Willenskraft. Alle Tricks und Techniken tausendfach erprobt und wie immer die richtige Priese Glück, Zeit und Gelassenheit. 

Und für das finale Ziel dann absurderweise genau nicht den verkrampften Wunsch dort anzukommen. Also falls ihr das nächste mal auch sauer auf lasst euch Brote machen seid, dann seid einfach sauer. Lasst euch Brote machen und schaut dabei zu. Der Zuschauer zu sein und das Theater auf der Lebensbühne zu beobachten ist enorm wertvoll. Nicht unbedingt immer der Regisseur und oft ist das Stück auch scheiße. Aber man sitzt doch bequemer in der Loge als auf der Bühne selbst zu sein. Was man ohne Frage auch gleichzeitig ist. Aber das Theaterstück ist, wie der Albtraum, deutlich harmloser als diese sogenannte Realität. Von der eh niemand weiß ob sie auf dieser oder auf der anderen Seite ist. Oder auf beiden oder auf keiner. Insofern also erstmal beruhigen, weiterlesen oder nicht, A oder B, alles mit über 50% Wahrscheinlichkeit vollkommen egal. 

Das ist nebenbei gesagt im übrigen meine bzw DIE Antwort auf ALLES. Es ist nicht wie oft fälschlich behauptet wird 42, Gott, Liebe, Katze, andere Zahlen oder Farbkombinationen, usw.. All diese Antworten zusammen ergeben lediglich ca. 49% des Volumens. Die Antwort auf alles ist mit ca 51% Wahrscheinlichkeit vollkommen EGAL.

Sonntag, 24. September 2017

Ich check 1.0

Das zwanzigundeinste Kapitel vom Rice Newsletter Projekt vom 24. September 2007. Alle Newsletter könnt ihr unter diesem Blogartikel via Paypal kaufen. Alle veröffentlichten Kapitel findet ihr hier.


„Ich lieg hier im Garten bei meiner Mama, weil ich mir Zeit genommen hab. Bzw. mir die Zeit erkämpft habe. Erkämpft gegenüber einer Gesellschaft die schneller ist als ich, die direkter ist, die nicht so sensibel ist wie ich, die weniger beeinflusst wurde als ich und dessen Unterbewusstsein schön weit weg ist. Schön sag ich, weil ich angedacht habe, ob es vielleicht wirklich schöner ist. Soll also nicht 100 Prozent ironisch sein. Vielleicht hab ich mir ja doch zu viel aufgeladen. Dann versuch ich das alles zu sortieren, merke aber, je mehr Überblick ich bekomme, wie groß der Berg ist, den ich da abarbeiten muss. Da kommen auch mir Zweifel auf, ob es denn den Berg wirklich gibt oder ob ich ihn mir denke. Ihr merkt schon der Newslätta ist anders. Er ist recht wirr, unstrukturiert und definitiv noch nicht zu Ende gedacht. Das war schon mal so. Der erste aus China. Da hab ich mir das aber nicht eingestanden und drüber hinweg gelabert. Na ja der größere Teil von Rice denkt halt der Berg ist da und muss abgearbeitet werden. Also durch ein Labyrinth von verschlossenen Türen durch.

So wie ihr sonst immer den Lätta vor euch habt. Oder vielleicht auch diesmal, aber diesmal nicht bewusst. Also falls jemand dabei ist, der sonst immer auf Schlüsselsuche geht, sollte diesmal draußen bleiben. Die anderen die den Berg nicht sehen, weil sie ihn nicht sehen können oder weil er tatsächlich gar nicht da ist, haben diesmal mehr zu lesen. Mehr oder Ozean oder Meer? Als ich vom Wasser durchgeschüttelt wurde war mir das egal, aber wenn du die ganze Erde siehst spielt der Unterschied ne Rolle. Lallullal sind ja eh alles Zwickmühlen. Ich weiß zwar, dass ich die mit Zeit und dem Mittelweg bekämpfen kann, aber ich fühle es noch nicht. Noch nicht! Deshalb wünsch ich mir diesmal Pause und ich wünsch mir, dass ihr meine Pause akzeptiert. Dein Leben ist dein Wunschkonzert 2.0. Das zweite war zwar schon wieder zu viel, aber das wird jetzt nicht erklärt. Erklärt wird im Lätter eh nix.“



Nach zehn Jahren lese ich das. Immer wieder erstaunlich. Offensichtlich bin ich verwirrt. Der reverse Kulturschock hat hier richtig rein gehauen. Aber durch das Schreiben selbst habe ich immerhin selbst erkannt wie verwirrt ich bin. So oft wurde diese Erkenntnis beschrieben. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und damit weiß ich schon so viel mehr als die, die nicht wissen, dass sie nichts wissen. Es passiert immer so viel. Zumindest in meinem Leben immer mehr als man eigentlich verarbeiten kann. Aber inzwischen glaube ich, man bekommt immer genau die Schippe oben drauf die halt leicht oder auch stark hinter bzw über der Grenze liegt. Die ewigen Test vom Universum. Und am Ende zerbricht man sich endlos den Kopf obwohl all diese Gedanken eigentlich nutzloser Müll sind. So wie dieser schöne Sonnenuntergangshimmel vollgekrakelt ist mit Themen, Problemen, bla bla bla und so weiter. Und unterm Strich ist natürlich alles gut. 

Das mit dem Ozean erinnert mich an ein Bild. Der eine Mann der vor der Mauer steht und auf die Maurer guckt. Sie ist voll bunt angemahlt mit einer schönen Landschaft, blauem Himmel, hübsche Wolken, die Sonne, Blumen. Es ist zwar nur ein Bild auf der Mauer aber der Mann steht so dicht davor, dass er garnicht checkt, dass es nur ein Bild ist. Er checkt null. Er starrt dumm und glücklich auf die Mauer. Aber irgendwo im Unterbewusstsein fühlt er, dass etwas nicht stimmt. Und daneben steht ein Mann auf einem Stapel von Büchern. Der Stapel ist so hoch, dass er über die Mauer rüber gucken kann. Und dahinter ist die schreckliche Realität zu sehen. Brennende Wälder, Fabriken, Panzer und ganz viel Leid. Der kann auch nicht mehr runter und sich neben den Idioten stellen. Er checkt 1.0. Er hat die schreckliche Wahrheit schon gesehen. Und das macht ihn ziemlich unglücklich. Und daneben steht noch einer auf einem noch viel höheren Stapel von Büchern. Der ist so hoch das er eigentlich nurnoch die ganze Galaxie sieht, mehr noch das ganze Universum mit alle seinen bunten Galaxien auf dem schwarzen Hintergrund der Unendlichkeit. Das ganze sieht noch viel geiler aus als das Bild auf der Mauer und es ist echt und wahr. Er checkt 2.0.

Also macht die Perspektive malwieder alles aus. Und so auch mit dem Meer. In dem September 2007 war ich spontan segeln weil mich ein paar Freunde mitgenommen haben. Keiner von uns hatte einen Plan vom Segeln aber übermüpfig sind wir los von Elba nach Capraia. Auf dem halbem Weg kam dann ein Sturm. Schwimmwesten unter Deck, keine Ahnung von Nichts. Wir wurden so durchgeschüttelt. Ich habe nur gekotzt und die Wellen ballern mir die Todesangst in die Fresse. Vollkommen durchgeschüttelt. In dem Moment ist es egal ob es ein Meer oder ein Ozean ist. Mir jedenfalls. Derjenige, der von einer internationalen Raumstation von oben runter guckt sieht nur ein paar Wolken über dem Meer. Die Position und die Sichtweise von dort machen eben alles aus. Und das bezieht sich natürlich nicht nur auf räumliche sondern auch auf innere Positionen. 

Und die können so extrem unterschiedlich sein. Und von denen ist auch keine falsch oder so. Aber ich mag die Positionen tief unten im Ozean oder ganz weit oben auf dem Buchstapel im Universum. Den ich war an beiden Orten. Vor zehn Jahren auf dem Schiff in der Nussschale. Und jetzt deep in Space, im All, im Nichts und damit Überall. Morgen ist malwieder Bundestagswahl. Alle Welt eiert in der Nusschale rum. Ich denke immer wieder und immer mehr das mein Leben eines der besten Leben aller Zeiten ist. Wirklich eines der besten Leben welches jemals gelebt worden ist. Und das ist noch nichtmal optimistisches Wunschdenken. Vielleicht wiederhole ich mich und für Kapitäne von Nussschalen mag es extrem und absurd klingen. Aber ich musste noch nie wirklich hungern, ich kenne keinen Krieg, ich kann meine Meinung per Twitter in alle Welt hinaus schreien. Ich habe quasi umsonst studiert und ohne reich zu sein hatte ich als Student sogar irgendwann eine Putzfrau. Ich kann essen was ich will und es gibt unendlich viele Eissorten. Es gibt in Summe eine noch nie dagewesene Fülle an wahren, schönen und guten Dingen. Jeder ist Künstler auf instagram, es gibt unendlich viel Musik und 10% davon ist vielleicht sogar gut. Ja und am aller geilsten, ich kann fliegen. Meine Oma hat Deutschland noch nie verlassen und ich kann zu jedem Ort der Erde reisen und zwar ziemlich einfach. Wie geil ist das denn? Und unterm Strich können das auch immer mehr Menschen, immer leichter machen. Der Zugang zu Wissen wird immer leichter. Ich wiederhole mich und schweife ab, aber wie geil ist das denn? Eines meiner größten Probleme ist die Staudurchsage auf Deutschlandfunk. Bitte schafft sie doch endlich ab, ich brauche sie auf Klo nicht und verstehe in meinem Cocoon das mit den Autos und den Fernsehern einfach nicht mehr. Warum soll ich von meinem Stapel Bücher runter kommen? Was habt ihr denn für Argumente? Kommt doch lieber alle hier hoch. Es ist unendlich viel Platz, unendlich geil und schön, kostet nichts und wird sogar noch mehr wenn man es teilt.


Naja aber vielleicht check ich nach wie vor auch erst 1.0 und da geht noch mehr. Also vielleicht doch noch mehr Bücher lesen. Und am besten ganz anstatt die Zusammenfassung aus drei Büchern plus YouTube Video. Wobei das natürlich auch von den Lerntypen abhängig ist. Wobei ab einem gewissen Punkt Quantität dann doch wieder gleich Qualität ist. 10.000 Stunden und du bist ein Meister. Alles im Fluss und selbst die interruptions oft the Flow are part oft he Flow. Master of Life wäre doch geil. Evtl geht es darum hier. Evtl ist aber auch die Antwort auf Alles mit ca. 50% Wahrscheinlichkeit #EGAL.